Was wir von unseren Hunden lernen können (in 3 Teilen) Teil 1


Jeder Hund, den wir zu uns nehmen, ist ein kleines oder größeres Überraschungspaket. 
Ob vom Züchter oder aus dem Tierheim – es kommt eine Persönlichkeit ins Haus, die wir erst einmal kennenlernen müssen und die ein wichtiger Spiegel unseres eigenen Verhaltens sein kann. Ein Hund ist ein soziales Individuum. Dieser Satz sagt sich leicht dahin, aber er verbirgt doch bei näherem hinsehen eine wichtige Wahrheit. In diesem kleinen Satz stecken die Worte „sozial“ und „Individuum“ und beide sind im Zusammenhang zu sehen.
Viele Hundehalter werden es kennen: Sie haben sich genau überlegt, wie der Hund sein soll, der zu Ihnen und Ihrer Familie passt, Sie haben unter vielen verschiedenen Tieren den einen ausgesucht, der Ihnen auch optisch besonders gut gefällt und dann ist er da und alles ist anders, als Sie es sich vorgestellt haben.
Der Hund will nicht mit den Kindern spielen, rührt das vorgesetzte Futter nicht an, er läuft
vor Ihnen weg, wenn Sie mit der Leine kommen und knurrt sogar die Freunde an, die das neue Familienmitglied begrüßen möchten. Alles geht schief und Sie beginnen an der Idee eines Hundes im Haushalt zu zweifeln.
Wir Menschen machen uns von vielen Dingen im Leben vorher ein klares Bild und unsere Erwartungen sind schnell enttäuscht, wenn das, was dann tatsächlich passiert, diesem Bild nicht entspricht.
Bei unserem Hund nehmen wir uns damit die wunderbare Chance, entspannt abzuwarten,
wie sich der Hund in unsere Lebensstruktur einfügt. Natürlich braucht jeder Hund Deutlichkeit, Konsequenz und Führung, egal, ob es ein Welpe vom Züchter oder ein erwachsener Hund aus dem Tierheim ist. Trotzdem können wir uns erlauben, gelassen zu schauen, welche Persönlichkeit wir uns da ins Haus geholt haben. Zu wissen, was mein Hund für ein „Typ“ ist, vereinfacht das Training mit dem Vierbeiner erheblich und zeigt auch Möglichkeiten und Grenzen in der Ausbildung auf.

Jens Eikelmann
Hundeschule Fränkische Schweiz