Was wir von unseren Hunden lernen können (auf 4 Teile erweitert) Teil 4


Emphatie und Körpersprache 
In allen Fällen müssen wir etwas aufbringen, was auch im Umgang mit Menschen hilfreich ist: Empathie.
Wenn wir es schaffen, uns nicht nur in die Wirklichkeit des Hundes hineinzuversetzen, ihn zu beobachten und zu verstehen, sondern auch versuchen, den anderen Hundebesitzer in seinem verbalen und nonverbalen Ausdruck wahrzunehmen, haben wir die Kommunikationssituation
in der Hand und sind ihr nicht hilflos ausgeliefert.
Beobachten Sie einmal die Körpersprache eines anderen Hundebesitzers, dem Sie begegnen
(keine Sorge – Ihr Hund übernimmt das sicher für den vierbeinigen Kollegen).
Kommt jemand selbstsicher daher und schaut Sie an? Oder ruft Ihr Gegenüber aufgeregt nach seinem Hund (der natürlich nicht kommt) und signalisiert Ihnen, dass es problematisch werden könnte? Auch hier gilt: In erster Linie müssen wir natürlich genug über die Körpersprache unserer Hunde wissen, um wirklich problematische Situationen vermeiden zu können, aber fast zeitgleich sollten wir uns beobachten. Atmen Sie ruhig weiter, lassen Sie die Leine möglichst locker hängen, nehmen Sie den Hund auf die andere Seite und stellen Sie sich mental auf eine positive Begegnung ein. Suchen Sie sich etwas, das Sie an Ihrem Gegenüber positiv empfinden – das kann eine Hunderasse sein, die Ihnen besonders gut gefällt, aber auch eine schöne Jacke oder eine pfiffige Frisur. Auch beim Zusammentreffen ohne Hund macht es Spaß, grundsätzlich mit einer guten Absicht in eine Begegnung hineinzugehen.
Ruhe und Gelassenheit (Zusammenfassung)
Wenn wir Geduld, Gelassenheit, Empathie, Ruhe und einen bewussteren Einsatz unserer Sinne mit unseren Hunden lernen können, haben wir zusätzlich zu unserem neuen Familienmitglied schon ein schönes Geschenk für die Entwicklung unserer eigenen Persönlichkeit erhalten. Wenn unser Hund uns hilft, uns wieder
mehr Zeit für das Beobachten und Abwarten zu nehmen, haben wir etwas wiedergewonnen,
das in unserem hektischen Alltag verloren zu gehen droht.
  
Jens Eikelmann
Hundeschule Fränkische Schweiz