Wir wollen einen Welpen!


Wichtig ist hier das „Wir“. Alle Familienangehörigen müssen mit dem neuen Familienmitglied einverstanden sein und auch bereit sein, die Erziehung (mit allen Konsequenzen) mit zu übernehmen. Der Hund ist ein soziales Individuum und braucht den sozialen Kontakt zu seiner Gruppe. In der Formulierung „soziales Individuum“ steckt eine ganze Menge drin: Zunächst einmal das Adjektiv „sozial“. Was bedeutet das? Nun, ein Hundewelpe braucht für eine gesunde Entwicklung und für eine artgerechte Erziehung seine Gruppe oder Menschenfamilie, die ihn auf das Leben vorbereitet und mit ihm gemeinsam die schwierigen Aufgaben des Alltags meistert. Der Welpe muss sich geborgen und sicher fühlen und braucht deshalb auch ganz viel Körperkontakt. Sicherheit und Geborgenheit sind niemals zu erreichen, wenn er z.B. über längere Zeit alleine ist. Genauso negative Wirkungen hat es, wenn er nachts nicht in der Nähe seiner Menschenfamilie liegen darf  sondern isoliert in ein separates Zimmer oder sogar in eine Box verbannt wird (egal, wo die Box steht). Damit schadet man den Hund und letztlich auch sich selbst und der ganzen Familie.
Jeder Hund ist auch immer ein Individuum. Er entwickelt sich im Laufe seines Lebens zu einer ganz eigenen Persönlichkeit. Das beeinflusst natürlich auch die Erziehung des Welpen und später des Jung- und Erwachsenenhundes.
Die Rasse eines Hundes sagt noch lange nichts über seine Persönlichkeit aus.
Meiner Meinung nach kann eine Rasse nur die Tendenz vorgeben, aber letztlich ist und bleibt der Hund ein Individuum mit ganz eigenen Charakterzügen.
Wenn sich alle Beteiligten einig sind (auch in der Erziehung des Welpen), dann steht allen Beteiligten – den Menschen und dem Welpen - eine aufregende, spannende, ereignisreiche, schöne und bereichernde Zeit bevor.

Jens Eikelmann
Hundeschule Fränkische Schweiz