Die Sinne des Hundes (2)


Ich möchte hier ein paar allgemeine Informationen zu den Sinnen des Hundes geben ohne Anspruch auf Vollständigkeit. 

Das Riechen

Es ist allgemein bekannt, dass das Riechvermögen des Hundes sehr viel ausgeprägter ist als bei uns Menschen. Zum besseren Verständnis möchte ich die unterschiedlichen Geruchsleistungen in einem Vergleich veranschaulichen.
Der Wahrnehmungsraum eines Menschen entspricht in etwa dem Volumen eines Schuhkartons. Im Gegensatz dazu entspricht der Wahrnehmungsraum eines Hundes dem Volumen einer Halle.
Wir als Menschen können uns demnach nicht einmal ansatzweise das Geruchsbild eines Hundes vorstellen (wie viele Schuhkartons passen wohl in eine Halle?).
Was passier nun eigentlich beim Riechen?
Der Hund hat etwa 200 Millionen Riechzellen mit Rezeptoren für bestimmte Molekülgruppen.
Die Geruchsmoleküle werden durch schnüffeln, was einen Luftstrom verursacht,  in das Nasensystem gebracht und verankern sich dort an dem jeweils passenden Rezeptor.
Das Andocken der Geruchsmoleküle an die Rezeptoren wird durch Nervenimpulse an das Riechzentrum im Gehirn des Hundes gemeldet.
Dort erzeugt die Kombination der verschiedenen Moleküle dann das entsprechende Geruchsbild.
   
Man stelle sich vor: 200 Millionen Riechzellen melden eine riesige Flut von Informationen an das Gehirn. Wenn der Hund also auf eine bestimmte Fährte trainiert werden soll, so muss er erst einmal lernen, welche Geruchsinformationen sind wichtig und welche nicht und den wichtigen soll er dann folgen, ohne sich ablenken zu lassen. Dazu gehört eine große Konzentration seitens des Hundes und entsprechend anstrengend ist jede Art der Fährtensuche (z.B. beim Mantrailling) für den Hund.
Unsere Hunde meistern diese Aufgabe mit Bravour und das ist eine erstaunliche Leistung.

Jens Eikelmann
Hundeschule Fränkische Schweiz