Angstverhalten bei Hunden (Teil 3)


Hunde haben viele Möglichkeiten ihre Angst auszudrücken. 
Im Anschluss folgen hier ein paar Beispiele:
Sich ducken, die Rute senken oder einklemmen, den Blick abwenden, zittern, hecheln,
speicheln, hysterisch bellen, Harn- oder Kotabsatz, verstecken hinter „ihren“ Herrchen oder Frauchen (das kann bis zu Leerschnappen und/oder kurzem Zubiss führen), erhöhte Pulsfrequenz, Atemnot, etc.

Bitte machen sie jetzt nicht den Fehler z. B. zu denken „Oh, mein Hund speichelt. Jetzt hat er Angst.“
Die oben angeführten möglichen Ausdrücke von Angst sind immer im Zusammenhang mit der Gesamtsituation zu betrachten.
Hier ist nicht nur das momentan gezeigte Verhalten wichtig, sondern auch das Verhalten vor und nach der Angstsituation (möglicherweise sogar 20 Minuten vor- und nachher).
Es sind auch immer die äußeren Umstände mit einzubeziehen

Ich möchte nun auf den Begriff Angst etwas näher eingehen und ein paar Zitate zur Definition von Angst anführen.
„Angst gehört zur Gruppe der phylogenetisch alten Lebensschutzinstinkte. Wir sprechen von Angst, wenn das Objekt des Unbehagens nicht bewusst ist oder wenn keine Möglichkeit besteht, die Gefahr abzuwenden. …“ (nach Seidel, Schulz & Göllnitz 1980)

„Angst kennzeichnet also einen Zustand, der durch verfügbare Verhaltensprogramme nicht beseitigt werden kann, sei es durch mangelnde Reizidentifikation, sei es durch fehlende Verhaltensprogramme. …“ (nach Tembrock und Dathe 1978)

Angst ist eine angeborene innere sowie äußere Stressreaktion des Körpers auf Bedrohung.
Um Angst zu empfinden müssen nicht erst negative Erfahrungen gemacht werden.
Angst bewirkt ein Meideverhalten.

Jens Eikelmann
Hundeschule Fränkische Schweiz