Angstverhalten bei Hunden (Teil 4)


Hier möchte ich nun den Unterschied zwischen Furcht und Phobie erläutern.
Wenn man von Furcht spricht, dann sind mehrere Kriterien zu beachten:
Furcht ist nicht angeboren, sondern wird gelernt.
Furcht tritt in einer zuvor als negativ erlebten Situation auf.
Furcht ist immer durch Erfahrungen bedingt.
Furcht ist eine emotionale Reaktion auf ein anderes Lebewesen, ein Objekt oder eine bedrohliche Situation.
Gefahrenmomente werden vom Hund erkannt und Wege zur Abwehr gesucht. Der Furcht liegt die Motivation für Flucht- und anderes Schutzverhalten zugrunde. Mit arteigenen Reizschwellen und Verhaltensprogrammen.
Wenn die Angstreaktion oder die Furchtreaktion extrem verstärkt und sehr schnell auftritt, dann spricht man von einer Phobie („all or nothing“). Es ist nicht mehr möglich, dass sich der Hund an das Unbekannte gewöhnt.
Phobie ist auch, wenn Angst oder Furcht vor Objekten, Lebewesen oder Situationen auftritt, obwohl von diesen keine Gefahr ausgeht und dieser Umstand auch bekannt ist. Die Phobie ist die höchste Stufe der nervösen Unbehaglichkeit. Phobie ist somit zu bezeichnen als die Angst vor der Angst.
Furcht ist lebensnotwendig, Angst kann krank machen!

Jens Eikelmann
Hundeschule Fränkische Schweiz